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Berufliche Wiedereingliederung in Bayern verstärken.

Weiden (kobinet) Für eine stärkere Integration von Menschen mit Behinderung ins Erwerbsleben hat die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Anita Knochner, auf einer Regionalkonferenz der Oberpfalz geworben. Mehr als 160 Gäste aus allen Bereichen des politischen und wirtschaftlichen Lebens nahmen an der Veranstaltung in Weiden teil.

Aufgrund der aktuellen Arbeitslosenzahlen besteht vor allem im Bereich der beruflichen Eingliederung behinderter Menschen ins Arbeitsleben dringender Handlungsbedarf. In Bayern waren im September 2008 mehr als 19.000 Menschen mit Behinderung ohne Arbeit. "Gerade im Hinblick darauf, dass die generelle Arbeitslosenzahl im vergangen Jahr in Bayern im Jahresvergleich um 19,3 Prozent sank und der Prozentanteil behinderter Menschen ohne Beschäftigung dagegen nur um 8,7 Prozent, lässt nur einen Schluss zu: In der Debatte um die Beschäftigungspolitik muss verstärkt die Situation behinderter Menschen berücksichtigt werden", betonte Knochner.

Als Grund für das passive Verhalten der Unternehmen gegenüber behinderten Arbeitssuchenden wird meist der besondere Kündigungsschutz und die steigenden Arbeitsanforderungen (z.B. Überstunden, Schichtdienst, etc.), denen ein behinderter Arbeitnehmer nicht standhalten würde, angeführt. "Behinderte Menschen sind in der Regel nicht nur hoch motiviert, sondern am geeigneten Arbeitsplatz genauso leistungsfähig wie nicht behinderte Menschen", stellt die Behindertenbeauftragte fest und appelliert an die bayerischen Betriebe, bei der Einstellung von Mitarbeitern auch behinderten Menschen eine Chance zu geben.

Knochner: "Der Gesetzgeber hat ein differenziertes Förderangebot geschaffen, um die behinderungsbedingten Nachteile auszugleichen. Leider sind diese Möglichkeiten nur einem geringen Anteil der Personalverantwortlichen bekannt." Menschen mit Behinderung sollten und wollten ihr Leben so weit wie möglich selbst gestalten. "Sie wollen in aller Regel nur da Hilfe, wo sie von Nöten ist. Wann und wie diese Hilfe geleistet wird, darüber wollen sie selbst entscheiden. Es ist unser aller Aufgabe, die Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen, damit behinderte Menschen möglichst so leben können, wie dies alle anderen auch tun. Es wird Zeit für eine breite öffentliche Diskussion", so Knochner.

Um die Anstrengung zu bündeln hat die Behindertenbeauftragte in Abstimmung mit dem Landesbehindertenrat das Beratungsgremium "Arbeit für Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung" initiiert. Der Schaffung vernetzter Strukturen vor Ort wurde hierbei eine zentrale Bedeutung beigemessen. Durch die Errichtung von Arbeitstischen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten sollen mit Unterstützung der Integrationsämter die Akteure vor Ort eingebunden werden, damit nachhaltig Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen entstehen. sch