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Modellprojekt "Jobbudget" hilft behinderten Menschen in Arbeit

Auftaktveranstaltung in Bitburg

Foto von der Veranstaltung

Die Auftaktveranstaltung des Modellprojekts "Jobbudget" fand am 20. Mai 2008 im Sitzungssaal des Kreishauses in Bitburg statt. Ziel dieses neuen Modellprojekts des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist es, Menschen mit Behinderung auf dem Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu begleiten und diesen Übergang erfolgreich zu gestalten. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm wird das Modellprojekt "Jobbudget" umgesetzt durch das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Mainz e.V. (ZsL), Regionalstelle Trier/Eifelkreis. Ab August 2008 soll auch ein eigenes ZsL-Büro in der Stadt Bitburg eröffnet werden.

Landrat Roger Graef sagte vor dem Auditorium der Auftaktveranstaltung, dass sich der Eifelkreis Bitburg-Prüm den Herausforderungen an die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen gestellt habe und froh sei, für das neue Modellprojekt ausgewählt worden zu sein. Durch Hilfen zur Teilnahme am Arbeitsleben, durch die Beschäftigung behinderter Menschen in den geschützten Werkstätten, aber auch durch die Unterstützung im Bereich Wohnen werde eine breite Hilfspalette angeboten. Zwischenzeitlich, so Graef, habe in der Eingliederungshilfe eine Richtungsänderung stattgefunden - hin zur individuellen, bedarfsgerechten Hilfe und zum selbstbestimmten Leben der behinderten Menschen.

Landrat Graef wies auf die erheblich gestiegenen Aufwändungen in diesem Aufgabenbereich hin: So habe der Eifelkreis Bitburg-Prüm im Jahre 1995 im Bereich der Werkstätten für Behinderte Kosten in Höhe von 2,8 Mio. Euro gehabt, während es im Jahre 2007 schon 5,8 Mio. Euro waren. "Es gibt also auch ökonomisch eine Notwendigkeit, die zum Umdenken drängt", sagte Graef.

Als Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen sprach Dr. Kasper von den Problemen, die es für viele Behinderte beim Übergang in den ersten Arbeitsmarkt gebe. Hier sei die Nutzung des "persönlichen Budgets" ein wichtiges Instrument. Ziel müsse es sein, den Behinderten einen Zuwachs an Selbstständigkeit und Selbstverantwortung zu verschaffen. Der Landesbehindertenbeauftragte Ottmar Miles-Paul bezeichnete das Modellprojekt "Jobbudget" als Glücksfall für die behinderten Menschen und die hiesige Region. Zur erfolgreichen Integration Behinderter in den ersten Arbeitsmarkt sei eine gute ganzheitliche Unterstützung vonnöten, die es dem behinderten Menschen erlaube, nachhaltig im Arbeitsleben Fuß zu fassen.

Wie dies in der Praxis aussehen kann, erläuterten Barbara Vieweg, die Bundesgeschäftsführerin der Interessenvertretung selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V., und Karl-Heinz Miederer, der Geschäftsführer der ACCESS-Integrationsbegleitung gGmbH. Ein abschließendes Podiumsgespräch, das von Projektleiterin Edith Bartelmes moderiert wurde, vermittelte einen unmittelbaren Eindruck von der Lebenssituation behinderter Menschen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben.